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Gattung: Thymian (Thymus)

Zur Gattung gehören ca. 220 Arten.

Blattunterseite dicht weißfilzig
Blätter umgerollt
> 1

Blattunterseite kahl oder mit langen Haaren
Blätter nicht umgerollt
> 2

 

1       Blattunterseite dicht weißfilzig


Echter Thymian
 (Thymus vulgaris)

V - X, Kulturpflanze
           Günzburg, Feuerbachstr (cult)
           Botanischer Garten Ulm

Synonyme:
Origanum thymus Kuntze; Origanum webbianum (Rouy) Kuntze; Thymus baeticus var. prostratus Boiss. ex Lacaita; Thymus chinensis K.Koch; Thymus collinus Salisb.; Thymus ilerdensis González ex Costa; Thymus sublaxus Rouy;

English name:
Garden Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Selten verwilderte Kulturpflanze

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: unbeständig, Hamburg: unbeständig, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
*Austria, *Germany, *Switzerland, 
Spain,*Baleares, France, ?Corsica, Italy, 
*Southern Australia, *Java, *New Zealand, *Ecuador, *Haiti, *Dominican Republic, *Cuba, *Canary Isl., *Madeira, *Sri Lanka, *USA

 

 

 

Zwergstrauch, aufrecht,  20 - 30 cm hoch

Blüten zu 3 - 6 in Scheinquirlen, eine Scheinähre bildend

 Krone 4  -  6 mm lang, lila bis rosa

Blätter am Grund unbewimpert,  eingerollt

Blätter unterseits dicht weißsamtig

Stängel rundum behaart, unten stark verholzt

 

 

2       Blattunterseite kahl oder mit langen Haaren

Stängel deutlich vierkantig, meist nur an den Kanten behaart
Blätter bei Zerreiben stark nach Thymian duftend

> 3

      

Stängel rund oder stumpf 4-kantig, ringsum gleichmäßig behaart oder
Stängel nur an 2 Seiten behaart, 2 Seiten kahl oder fast kahl
Blätter beim Zerreiben nicht oder schwach duftend
> 6

 

3       Stängel meist nur an den Kanten behaart

Alle Sprosse mit einem Blütenstand abschließend,
zur Blütezeit meist ohne vegetative Triebe
Blätter, außer den untersten, alle gleich groß
Kelch 3 - 4 mm lang, bewimpert oder kahl
verbreitete Art
> 4

Pflanzen zur Blütezeit mit lang kriechenden vegetative Sprossen, Blütentriebe fast stets seitenständig
Blätter von unten nach oben immer größer werdend
Kelch 4 - 5 mm lang, kahl
seltene Art (nur Schwarzwald oder Riesengebirge)
> 5

 

 

4       Alle Sprosse mit einem Blütenstand abschließend


Arznei- Thymian
 (Thymus pulegioides)

VI - IX, Trockenrasen, Heiden
              Leipheimer Moos
              Vordere Brenne Reisensburg
              Schönrain bei Bernstadt            
              Machtoldsheim

Zu den Unterarten

Synonyme:
Breitblättrige Thymian , Gemeiner Thymian, Gewöhnlicher Thymian, Quendel-Thymian, Feld-Thymian
Thymus alpestris auct. non A. Kern., Thymus chamaedrys Fr., Thymus ovatus Mill., Thymus pulegioides ssp. chamaedrys (Fr.) Gusul., Thymus serpyllum ssp. chamaedrys (Fr.) Celak., Thymus serpyllum ssp. effusus (Host) Lyka, Thymus subcitratus Schreb. 

English name:
Lemon Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Weit verbreitet, aber Nordwesten selten, Westen streckenweise zerstreut 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 2 (stark gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: G (gefährdet, Status unklar), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, France, Italy, Sicily, former Yugoslavia, Albania, Greece, 
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Netherlands, Hungary, Norway, Poland, Romania, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, Sweden, 

Eingebürgert in:
*Finland, *USA, *Canada

 

 

 

 

Pflanze 5 - 25 cm groß

Blätter beim Zerreiben intensiv riechend

Blütenstand kopfig oder walzlich

Blüten rot oder rotviolett

 Kelch 3 - 4 mm lang kahl oder behaart

Obere Kelchzähne dreieckig, untere lang linealisch

Blätter außer den untersten, alle gleich groß

Blätter je nach Unterart kahl oder beiderseits stark behaart

  

Stängel nur an den Kanten behaart, je nach Unterart mit langen oder kurzen Haaren

 

Zur Blütezeit meist ohne liegende vegetative Triebe

Schattenformen bilden jedoch auch vegetative Sprosse

 

 

5     Pflanzen zur Blütezeit mit lang kriechenden vegetative Sprossen


 Riesengebirgs- Thymian
(Thymus alpestris)

 

VII - IX, Felsen oberhalb 1150 m
                Schwarzwald (Feldberg, Belchen)
                Riesengebirge

Synonyme:
Voralpen- Feld- Thymian
Thymus serpyllum ssp. alpestris (Celak.) Lyka non Briq., Thymus sudeticus Opiz ex Rchb., non Borbas, Thymus humifusus var. alpestris Celak. 

English name:

Verbreitung in Deutschland:
Sehr selten Hochschwarzwald (Feldberg, Belchen), Riesengebirge nur auf Cz-Seite 

Gefährdung in Deutschland:
Bisher noch nicht berücksichtigt 

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria, Switzerland
former Czechoslovakia, Poland, France, Romania, Ukraine

 

 

Pflanze 5 - 25 cm groß,
zur Blütezeit mit lang kriechenden vegetative Sprossen,
Blütentriebe fast stets seitenständig

Blütenstand meist kopfig

Blüten rot oder rotviolett, obere Kelchzähne dreieckig
Kelch 4 - 5 mm lang, kahl

Blätter von unten nach oben immer größer werdend
Blattstiele von unten nach oben immer kürzer werdend
Blattstiel mindestens halb so lang wie die Spreite

Stängel nur an den Kanten behaart

 

 

6      Stängel ringsum behaart

Pflanze 5 - 30 cm groß
Blütenstand walzig, oft unterbrochen
seltener Neophyt
> 7


Photo und copyright Michael Hassler

Pflanze 2 - 15 cm groß
Blütenstand kopfig
> 8

 

7      Blütenstand walzig


Pannonischer Thymian
(Thymus pannonicus)


Photo und copyright Michael Hassler

V - VII, Trockenrasen, Straßen- und Bahnböschungen, Zierpflanze 
               Botanischer Garten Tübingen (17.06.2015)
               Klettgau

Synonyme:
Steppen- Thymian
Thymus pulegioides ssp. pannonicus (All.)
Thymus albidus Opiz, Thymus brachyphyllus (Opiz ex Lyka) Lyka, Thymus kosteleckyanus Opiz,  Kerguélen, Thymus serpyllum ssp. auctus Lyka, Thymus serpyllum ssp. brachyphyllus Opiz ex Lyka, Thymus serpyllum ssp. marschallianus Lyka 

English name:
Hungarian Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Lokal eingebürgerter, seltener Neophyt

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
Austria, 
Spain, France, Italy,  former Yugoslavia, 
Belarus, former Czechoslovakia, Hungary, Poland, Bulgaria, Romania,Crimea, European Russia, Ukraine, W-Siberia, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Caucasus, Xinjiang, 

Eingebürgert in:
*Germany, 
*USA

 

 

 

 

Pflanze 5 - 30 cm groß
nichtblühende Triebe zur Blütezeit aufrecht oder fehlend,
Blütenstand walzig


Photo und copyright Michael Hassler

Stängel  nicht vierkantig, ringsum behaart
Kelch 2,5 - 3,5 mm lang

Blätter 10 - 20 mm lang, schmal- lanzettlich, mit gerundeter Spitze, sitzend oder kurz gestielt

 

 

 

8     Blütenstand kopfig

Nichtblühende Triebe zur Blütezeit aufrecht oder fehlend
Laubblätter 10 - 20 mm lang, dicht behaart oder nur basal bewimpert, in Deutschland nur als Zierpflanze
> 9

Nichtblühende Triebe zur Blütezeit +/- kriechend , dem Boden angepresst
Laubblätter 3 - 10 mm lang, schwach behaart oder nur bewimpert

> 10

  

 

9     Laubblätter 10 - 20 mm lang, dicht behaart oder nur basal bewimpert, in Deutschland nur als Zierpflanze


Österreichischer Thymian
(Thymus odoratissimus)

V - VII, Trockenrasen, Felssteppen, Zierpflanze 
               Botanischer Garten Tübingen (17.06.2015)

Synonyme:
Kahlblatt- Quendel
Thymus glabrescens Willd., Thymus loevyanus Opiz; Thymus austriacus Bernh. ex Rchb.; Thymus benacensis Heinr.Braun; Thymus brachyphyllus Opiz; Thymus bracteatus Opiz; Thymus collivagus Heinr.Braun ex Dalla Torre & Sarnth.; Thymus comptus Griseb.; Thymus degenianus Lyka; Thymus piligerus Opiz ex Rchb.; Thymus pilosus Opiz; Thymus senilis Dichtl; Thymus serpens Opiz; Thymus serpyllum ssp. brachyphyllus (Opiz) Lyka; Thymus serpyllum ssp. degenianus Lyka; Thymus serpyllum ssp. glabrescens (Willd.) Lyka; Thymus serpyllum var. austriacus (Bernh. ex Rchb.) Nyman; Thymus serpyllum var. benacensis (Heinr.Braun) Lyka; Thymus serpyllum var. glabrescens (Willd.) Nyman; Thymus serpyllum var. piligerus (Opiz ex Rchb.) Lyka; Thymus serpyllum var. pratensis Lyka; Thymus serpyllum var. serpens (Opiz) Lyka; Thymus serpyllum var. stenophyllus (Opiz) Lyka; Thymus sooi Lyka ex Soó; Thymus sooi var. nyirsegensis Soó; Thymus sparsipilus Borbás; Thymus stenophyllus Opiz

English name:
Austrian Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Nur als Zierpflanze

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
Austria, Switzerland, 
France, Italy, former Yugoslavia, 
Bulgaria, former Czechoslovakia, Hungary, Poland, Romania, Ukraine, Crimea

 

 

 

 

Pflanze 8 - 15 cm groß
nichtblühende Triebe zur Blütezeit aufrecht oder fehlend

Blütenstand kopfig, die unteren Scheinwirtel oft vom endständigen Blütenstand abgesetzt
Kelch 3,5 - 5 mm lang

Stängel  nicht vierkantig, ringsum dicht behaart

Die unteren Blätter gestielt, kleiner als die +/- sitzenden oberen Blätter

Blätter 10 - 20 mm lang, schmal- lanzettlich, mit gerundeter Spitze, sitzend oder kurz gestielt

 

 

 

10     Laubblätter 3 - 10 mm lang, schwach behaart oder nur bewimpert

Obere Kelchzähne länger als am Grund breit
Blätter breit eiförmig
auf Felsen oder in Trockenrasen
> 11

Obere Kelchzähne kurz (nur so lang wie ihr Grund)
Blätter schmal- eiförmig
auf sandigen Böden
> 12

 

11     Blätter breit- eiförmig


Frühblühender Thymian
(Thymus praecox)

V - VII, Trockenrasen, Fels- und Schotterfluren
             Steinbruch Pfannental 
             Schmutterhang Hirblingen
             Königsbrunner Heide

Zu den Unterarten

Synonyme:
Thymus caespitosus (Opiz ex Heinr. Braun) Ronniger, Thymus badensis (Heinr. Braun) Machule, Thymus humifusus Bernh. ex Rchb., nom. illeg. (nom. superfl.), Thymus praecox ssp. badensis (Heinr. Braun) Pawl., Thymus praecox ssp. hesperites (Lyka) Korneck, Thymus praecox var. caespitosus Opiz ex Heinr. Braun, Thymus serpyllum ssp. hesperites Lyka, Thymus serpyllum ssp. praecox (Opiz) Vollm., Thymus spathulatus Opiz, incl. Thymus praecox var. clivorum (Lyka) Ronniger, Thymus praecox ssp. clivorum (Lyka) Domin, Thymus serpyllum ssp. clivorum Lyka 

English name:
Mother of Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Mäßig häufig Z- und N-Thüringen, SW-Sachsen-Anhalt, S-Frankenalb, Alpen; zerstreut Bayern südlich Donau, Z-Pfalz; selten NO-Süderbergland, SW-Schwäbische Alb, Mainfranken; Einzelfunde südliche Oberrheinebene, Z-Hessen

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Niedersachsen: 4 (potentiell gefährdet), Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: 0 (ausgestorben), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
France, Italy, former Yugoslavia
Romania, Belgium, former Czechoslovakia, Hungary, Holland, Poland, 

 

 

 

 

Pflanze 3 - 15 cm groß
kriechend, zur Blütezeit mit dem Boden angepressten vegetativen Triebe, teppichartig ausgebreitet

Blütentriebe in Reihe aus den vorjährigen Kriechtrieben entspringend
obere Blätter der Blühtriebe meist größer und kürzer gestielt als die unteren

Blütenstand kopfig

Kelch 3,5 - 5 mm lang, obere Kelchzähne länger als am Grund breit, 
untere Kelchzähne linealisch

Stängel der Blühtriebe nicht deutlich vierkantig, je nach Unterart ringsum behaart oder Stängel nur an 2 Seiten behaart

   

 Blätter breit eiförmig, derb, am Grunde mit langen Wimpern, 
3 - 10 mm lang, mittlere und untere deutlich gestielt

 

 

12        Blätter schmal- eiförmig


Sand- Thymian
 (Thymus serpyllum)

VI - IX, Sandböden, Zierpflanze
              Sandhausen

Synonyme:
Thymus angustifolius Pers. non Salisb., nom. illeg., Thymus angustifolius var. intermedius, Thymus serpyllum ssp. angustifolius (Pers.) Celak., Thymus serpyllum ssp. rigidus (Wimm. & Grab.) Lyka 

English name:
Breckland Thyme

Verbreitung in Deutschland:
Zerstreut Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, N-Sachsen; sehr zerstreut Z-Franken, nördliche Oberrheinebene; selten Niedersachsen, O-Nordrhein-Westfalen, Pfalz, Oberpfalz, Umg. Regensburg; sehr selten Mainfranken, Hessen; nur Altfunde Thüringen 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: 2 (stark gefährdet), Bayern: 3 (gefährdet), Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 2 (stark gefährdet), Hessen: 2 (stark gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: 2 (stark gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 2 (stark gefährdet), Rheinland-Pfalz: 2 (stark gefährdet), Sachsen: G (gefährdet, Status unklar), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: 2 (stark gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, 
France, 
Denmark, Finland, Great Britain, Norway, Sweden, Belgium, former Czechoslovakia, Hungary, Holland, Poland, Romania?, Belarus, Baltic States, European Russia, NEuropean Russia, Ukraine, Buryatia, W-Siberia, Yemen

 

 

 

Pflanze 2 - 10 cm groß
Pflanzen zur Blütezeit mit lang kriechenden vegetative Sprossen, Blütentriebe fast stets seitenständig

Blütenstand kopfig

Kelch 3,5 - 5 mm lang
Obere Kelchzähne sind an ihrer Basis so breit wie sie hoch

 

Stängel  nicht vierkantig, ringsum behaart
 Blätter schmaler als bei T. praecox, derb
3 - 10 mm lang, mittlere und untere deutlich gestielt